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Schach

aktualisiert am 10.04.2018
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65 Jahre RT-Schach

Eine kurze Chronik

Inhalt Zeitabschnitt
Die ersten Jahre (1950 – 1954)
Konsolidierung (1954 – 1963)
Teilung der Schachverbände und große Krise (1963 – 1977)
Neuanfang (1977 – 1984)
In der Oberpfalzliga (1984 – 1992)
Langsamer Wechsel (1992 – 2000)
Im Internet-Zeitalter (2000 – 2014)
Neue Höhen und Umbruch (2015 bis Heute)

Historische Bilder aus Geschichte der Schachabteilung

Die fünfziger Jahre
Die achtziger Jahre

Vom ersten Tag des Bestehens bis 1984 wurde in der RT-Schachabteilung ein Vereinsbuch geführt, in dem (fast) alle wichtigen Ereignisse festgehalten wurden. Dieser glückliche Umstand ermöglicht auch noch nach 50 Jahren einen Einblick in die damaligen Geschehnisse, teilweise als ob sie erst gestern passiert wären. Das Vereinsbuch bildet die Grundlage für die ersten Kapitel dieser Chronik. Die Ereignisse der Jahre nach 1984 wurden mit Hilfe der damaligen, noch erreichbaren Abteilungs- und Spielleiter rekonstruiert.

Überblick

Es ist klar, daß in einem Zeitraum von 65 Jahren viel geschehen kann. Es ist auch in einem großen Verein wie der RT keine leichte Aufgabe, eine Abteilung über diesen Zeitraum ununterbrochen und trotz aller Krisen am Leben zu halten. Daß dies in der RT-Schachabteilung gelungen ist, kann schon dadurch belegt werden, daß in den ganzen 65 Jahren die Vereinsmeisterschaft nur wenige Male ausgefallen ist. Auch der Willy-Irrgang-Pokal, vormals RT-Sommerpokal, ist nur im Todesjahr des langjährigen Abteilungsleiters und Gründers der RT-Schachabteilung Harold Falckenberg 1975 und im Jahrtausendsommer 2015 nicht ausgetragen worden. Im Folgenden – vorerst unkommentiert – eine Liste der bisherigen Vereinsmeister, der bisherigen Sieger des Willy-Irrgang-Pokals und aller Abteilungsleiter bis dato.


Abteilungsleiter
Vereinsmeister
Sieger Willy Irrgang Pokal

Die ersten Jahre (1950 – 1954)

Der erste Eintrag in das Vereinsbuch der RT-Schachabteilung lautet: "Am 13. 4. 1950 wurde in der Gaststätte Klösterl, Auergasse 10 beim Kamerad Dollmann die Schachabteilung der RT auf Initiative von Herrn Harold Falckenberg gegründet. Gewählt wurden:
Abteilungsleiter Harold Falckenberg Stellvertreter Hans Häckl Schachwart Kurt Stöcker Beisitzer Hermann Rottner
Sonstige Gründungsmitglieder: Fisch, Holzner, Irrgang und Zahn."

Die Gründung der RT-Schachabteilung wurde der örtlichen Presse bekanntgegeben, die auch darüber berichtete (Mittelbayerische Zeitung und Regensburger Tagesanzeiger).

Es sollte an jedem 2. und 4. Dienstag im Monat in der Gaststätte Klösterl in der Auergasse 10 gespielt werden. 1950 war es offensichtlich nicht ganz so einfach wie heute, Spielmaterial zu bekommen. Deshalb wurden die Interessanten gebeten, ihre eigenen Schachspiele zu den Spielabenden mitzubringen.

Bereits am ersten Spielabend am 25. 4. 1950 wurden aufgrund des erfreulich guten Interesses alle Dienstage als Spieltage festgelegt. Zudem wurde ein Abteilungsbeitrag von 30 Pfennig im Monat eingeführt, um Spielmaterial kaufen zu können. Auch die ersten Schachturniere wurden gleich am ersten Spielabend geplant. Die Vereinsmeisterschaft sollte in zwei Gruppen durchgeführt werden, der A-Klasse für die guten Spieler und der B-Klasse für Anfänger. Im Oktober 1950 wurden die Spielabende von Dienstag auf Freitag verlegt.

Ein erster Vergleich mit bereits etablierten Spielern war die Simultanveranstaltung mit dem damaligen Stadtmeister Karl Kallinovsky (Jahn Regensburg) am 7. 11. 1950 an 18 Brettern. Dabei konnte die RT-Schachabteilung bei einem Remis acht Partien für sich entscheiden, wobei auch der damals erst 15jährige Kurt Neudek punktete. Im Dezember begann dann die erste Vereinsmeisterschaft, die Harold Falckenberg für sich entscheiden konnte.

Am 12. 11. 1950 fand ein großangelegter Vergleichskampf Oberpfalz – Niederbayern an 49 Brettern in Regensburg statt, der 28 : 21 für die Oberpfalz endete. Von den fünf Beteiligten der RT-Schachabteilung konnten Harold Falckenberg (Brett 15), Willy Irrgang (39), Hans Kappelmeier (41) und Hans Fisch (46) jeweils einen Punkt für die Oberpfalz erringen.

Aus heutiger Sicht recht interessant dürfte der erste Jahresabschluß der RT-Schachabteilung sein. Ende 1950 besaß die RT-Schachabteilung 13 feste Mitglieder. Der Kassenbericht lautete:
Ausgaben lt. Belege: DM 73,48
Einnahmen lt. Beitragsliste: DM 39,50
Schulden an Falckenberg: DM 33,98

Das Inventarverzeichnis führte folgendes Material auf:
Schachspiele: 8 gekauft
2 gestiftet von H. Falckenberg
Schachbretter: 14 gekauft
1 gestiftet von H. Falckenberg
Sonstiges: 1 Aushängebrett
1 Vereinsbuch
1 Gummistempel

Im ersten Jahr ihres Bestehens besaß die RT-Schachabteilung also noch keine einzige Schachuhr. Die ersten Schachuhren erscheinen erst im Jahresabschluß 1951. Außerdem fällt auf, daß 14 Schachbretter plus 8 Figurensätze höchstens DM 73,48 gekostet haben. Andererseits stehen dem Einnahmen gegenüber, von denen heutzutage noch nicht einmal ein Schachverein mehr leben könnte.

Anfang 1951 hatte sich ein reger Spielbetrieb etabliert. Auf allgemeinen Wunsch wurden zwei Spieltage pro Woche festgelegt, Montag und Freitag. Es wurde erstmals ein Jugendleiter gewählt (Willy Irrgang) und die Damengruppe plante die Aufstellung einer Damen-Mannschaft. Am Freitag fanden regelmäßig Anfänger- und Fortgeschrittenen-Kurse statt, um die Spielstärke zu steigern.

Andere Regensburger Schachvereine 1950/51:

SSV Jahn Regensburg
Einer der beiden starken Regensburger Vereine. Dominierte damals das Regensburger Schachleben.

SC Regensburg 1906
Der andere starke Regensburger Verein. Korrigierte später sein Gründungsjahr auf 1881. Fusionierte Ende der 80er Jahre mit dem SV Bavaria Regensburg zum SC Bavaria Regensburg.

Zuckerfabrik Regensburg
Großer Verein mit guter Spielstärke. Spielte bis Mitte der 90er Jahre in der Bezirksliga.

TuS Süd Regensburg

VfL Regensburg

Am 27. 5. 1951 wurde der Schachverband Oberpfalz wiedergegründet. Die RT-Schach-Abteilung beschloß am 15. 6. 1951 einstimmig, dem SVO beizutreten. Nebenbei bemerkt: der SVO verlangte damals einen Beitrag von monatlich 20 Pfennig pro Mitglied von den Vereinen.

Einen Mannschafts-Ligenbetrieb, wie wir ihn heute kennen, gab es in den frühen 50er Jahren im Regensburger Raum nicht. Statt dessen trugen die Vereine Freundschaftskämpfe mit wechselnder Anzahl von Brettern untereinander aus. Ein erster Vergleichskampf mit anderen Vereinen fand am 4. 7. 1951 gegen eine verstärkte "2. Mannschaft" des SSV Jahn Regensburg statt, den die RT mit 8 : 6 für sich entscheiden konnte. Am 7. 9. 1951 folgte ein Freundschaftskampf gegen die Schachabteilung der Zuckerfabrik, der 11 : 7 für die RT endete. Dabei konnte die RT-Schachabteilung die ersten 13 Bretter mit 11 : 2 klar für sich entscheiden.

Am 29. 3. 1952 zog die RT-Schachabteilung erstmals in die RT-Halle ein. Spielabende waren weiterhin Montag und Freitag. In diesem Zeitraum können erstmals höhere Ambitionen festgestellt werden. So wurde Anfang 1952 der mehrfache Bayerische Meister Georg Meyer für die RT gewonnen. Dem schlossen sich in der Folgezeit weitere Spitzenspieler an wie Helmuth Schneider und der Oberpfalzmeister Friedrich Roth an. Daraufhin nahm die RT-Schachabteilung 1952 erstmals an der Mannschaftsmeisterschaft der Oberpfalz teil.

Durch die starken Neuzugänge konnte die RT-Schachabteilung zu den beiden großen Regensburger Vereinen SSV Jahn Regensburg und SC Regensburg aufschließen. Das Jahr 1953 wurde eines der erfolgreichsten in der Geschichte der RT-Schachabteilung. So wurde die Blitz-Stadtmeisterschaft 1953 (7 Minuten Bedenkzeit) von Georg Meyer (RT) vor Fritz Friedl (Jahn) und Friedrich Roth (RT) gewonnen. In der Stadtmeisterschaft 1953 im Turnierschach siegte Georg Meyer (RT) vor Helmuth Schneider (RT) und Fritz Friedl (Jahn). Auch die Jugendarbeit zahlte sich aus: Kurt Neudek wurde Oberpfälzer Jugendmeister 1953.

Die Mannschaftsmeisterschaft der Oberpfalz 1953 wurde im K.o.-System ausgetragen. Es nahmen vier Mannschaften aus Regensburg teil, die in den ersten zwei Runden gegeneinander antraten. Die Ergebnisse der ersten Runde lauteten:

Post Regensburg RT 1,5 : 6,5
SC Regensburg SSV Jahn Regensburg 4,5 : 3,5

In der zweiten Runde trennten sich SC Regensburg und RT 4 : 4, aber RT wies die bessere Brettwertung auf und qualifizierte sich für das Endspiel. Dies wurde gegen den SK Weiden ausgetragen und in der Besetzung Baron von Döry, Meyer, Schneider, Roth, Irrgang, Kruttky, Fisch, Neudek mit 4,5 : 3,5 gewonnen. Somit errang die RT-Schachabteilung zu ersten Mal die Oberpfalz-Mannschaftsmeisterschaft.

Auch das Jahr 1954 begann verheißungsvoll. In der Regensburger Stadtmeisterschaft konnte Helmuth Schneider den 3. Platz belegen. Noch erfolgreicher für die RT-Schachabteilung war der Ausgang der Blitz-Stadtmeisterschaften 1954: 1. Helmuth Schneider (RT), 2. Eugen Vollmann (SCR), 3. Georg Meyer (RT), 4. Willy Irrgang (RT).

Anfang 1954 verließen Georg Meyer, Helmuth Schneider und Fritz Roth die RT-Schach-Abteilung. Einige Jahre später führt Abteilungsleiter Harold Falckenberg in der vereins-internen RT-Zeitschrift finanzielle Gründe für diese Wechsel an. Scheinbar hat bei Spitzen-spielern auch damals schon Geld eine gewisse Rolle gespielt. Zumindest kann die RT-Schach-Abteilung froh sein, von den offensichtlich benötigten Aufwendungen keinen bleibenden Schaden davongetragen zu haben.

Konsolidierung (1954 – 1963)

Der Weggang der Spitzenspieler änderte wenig am Spielbetrieb der verbliebenen RTler. Diesbezüglich war hingegen der Umzug des zweimaligen Vereinsmeisters und Spielleiters Hans Fisch nach Neckarsulm bedeutender. Zudem stand der erfolgversprechende Jugendspieler Kurt Neudek, der immerhin auch schon Vereinsmeister gewesen war, Anfang 1954 mitten in den Abiturprüfungen und konnte deshalb nicht am regelmäßigen Spielbetrieb teilnehmen. Er dürfte Regensburg danach ebenfalls verlassen haben, da er nicht weiter erwähnt wird. Damals hatte Regensburg noch keine Universität.

Damit brach die Zeit des langjährigen RT-Spitzenspielers Willy Irrgang an. 1954 errang er zum ersten Mal die RT-Vereinsmeisterschaft und konnte diesen Titel bis 1976 sage und schreibe 20 Mal erringen.

Die RT-Schachabteilung wendete sich auf Initiative ihres neuen Spielleiters Karl Sasum stärker dem Breitenschach zu. 1954 wurde erstmals der RT-Sommerpokal austragen, wobei die Teilnahmeberechtigung auf eine Spielstärke von maximal INGO 150 beschränkt war. Rein rechnerisch entspricht dies einer DWZ von 1640, wobei allerdings die damaligen INGO-Zahlen nicht wirklich 1 : 1 in heutige DWZ-Zahlen umgerechnet werden dürfen. Nach heutigen Maßstäben dürfte die damalige Beschränkung in etwa einem mittleren Bezirksliga-Spieler entsprechen und um einer DWZ von 1700 bzw. etwas darüber liegen.

Am ersten RT-Pokal nahmen 18 Spieler aus 5 Vereinen (RT, Zuckerfabrik, SCR, Post, DJK) teil. Hans Daisenberger (Zuckerfabrik) konnte dieses Turnier für sich entscheiden.

Bis Mitte der 50er Jahre wurden im Regensburger Raum keine Mannschaftsturniere in Ligen ausgetragen, so wie es heutzutage üblich ist. Deshalb gab es viele Freundschafts- und Vergleichskämpfe mit anderen Vereinen. Es wäre übertrieben, hier auf jede dieser Begegnungen im Einzelnen einzugehen. Deshalb einfach eine Liste dieser Spiele soweit bekannt.

Freundschafts- und Vergleichsspiele der RT in den 50er Jahren

1951 SSV Jahn Regensburg II RT 6 : 8
1951 Zuckerfabrik Regensburg RT 7 : 11
1953 RT II SSV Jahn Regensburg II 3 : 5
1953 Post Regensburg RT II 5,5 : 2,5
1953 RT II Zuckerfabrik Regensburg 5,5 : 2,5
1953 SC Regensburg II RT II 6 : 2
1954 RT SC Kelheim 7 : 9
1954 RT II Post Regensburg II 5 : 3
1954 RT SC Regensburg II 6 : 2
1954 RT DJK Regensburg 13 : 6
1954 SC Kelheim RT 6 : 13
1954 Post Regensburg II RT II 2,5 : 5,5
1955 DJK Regensburg RT 9 : 11
1956 Zuckerfabrik Regensburg RT 8,5 : 9,5
1956 RT DJK Regensburg 7 : 8
1957 DJK Regensburg RT 5,5 : 7,5
1957 Post Regensburg RT 6,5 : 5,5
1957 RT SC Regensburg 5,5 : 9,5
1958 TV Riedenburg RT 2,5 : 8,5
1959 RT TuS Süd Regensburg 9,5 : 1,5
1959 RT TSV Wacker Neutraubling 8 : 2

Ab 1954 wurden Regensburger Mannschaftsmeisterschaften nach dem Steger-System ausgetragen. Dadurch konnte ein Mannschaftsmeister in nur einer Runde ermittelt werden. Die genauen Regularien sind mit den vorliegenden Unterlagen nicht vollständig nachvollziehbar. Es traten Mannschaften mit acht Spielern an. Grob gesagt spielten die Spieler einer Mannschaft gegen Teilnehmer aus allen der anderen rivalisierenden Vereine.

Es sei vorausgenommen: in diesem Turniermodus war die RT-Schachabteilung nie recht erfolgreich. Die Mannschafts-Stadtmeisterschaft 1954 gewann z. B. der SC Regensburg mit 5,5 Punkten vor dem SSV Jahn Regensburg mit 5 Punkten, der Post Regensburg mit 3,5 Punkten und der RT sowie der DJK Regensburg Nord mit jeweils 3 Punkten.

Im Gegensatz dazu konnte die RT-Schachabteilung in Mannschaftsturnieren, die im Rundensystem ausgetragen wurden, immer wieder überzeugen und gute Plätze belegen. Die RT mußte oft nur den beiden Spitzenvereinen SSV Jahn Regensburg und SC Regensburg den Vortritt lassen, wie z. B. bei der Regensburger Mannschaftsmeisterschaft im Blitzschach 1955. Der Endstand lautete :

1. SSV Jahn Regensburg 9 : 1 33
2. SC Regensburg 9 : 1 30,5
3. RT 6 : 4 24,5
4. Post Regensburg 4 : 6 13
5. DJK Regensburg 1 : 9 13
6. Zuckerfabrik Regensburg 1 : 9 6

Bester Einzelspieler an Brett 1 war Willy Irrgang (4,5 aus 5).

Willy Irrgang stellte seine Stärke im Blitzen in der Folge immer wieder unter Beweis. So konnte er am 31. 12. 1955 im Schindlbeck-Cup gemeinsam mit dem Regensburger Stadtmeister Kallinowsky (Jahn) den geteilten 1. bis 2. Platz belegen – vor so starken Spielern wie Friedl oder Schneider.

Auch die Breitenarbeit zeigte Früchte. Die Anzahl der Teilnehmer an den Vereinsmeisterschaften nahm stetig zu, so daß die B-Klasse ab 1956 in zwei Gruppen aufgeteilt werden mußte. Auch der RT-Sommerpokal konnte regelmäßig durchgeführt werden. Im Eugen-Vollmann-Gedenkturnier, das in den 50er Jahren regelmäßig als eine untere Spielklasse der Regensburger Stadtmeisterschaften ausgetragen wurde, stellte die RT-Schachabteilung 1955 sechs von elf Teilnehmern, von denen Herbert Moser den 2. Platz belegte. Ende 1955 hatte die RT-Schachabteilung insgesamt 67 Mitglieder.

Im Jahr 1956 wurden die Oberpfälzer Mannschaftsmeisterschaften erstmals nach einem Modus ausgetragen, der eine Struktur mit Ligen aufwies. Die RT-Schachabteilung spielte in der B-Klasse, Gruppe Südwest. Die Ergebnisse der RT lauteten:

Zuckerfabrik Regensburg RT 3,5 : 4,5
SC Kelheim RT 2 : 6
RT Post Regensburg 4,5 : 3,5

Allerdings gab es auch damals schon Schwierigkeiten mit der Materie der Formalien. So wurden in der Begegnung SC Kelheim – RT auf Seiten der RT zwei Spieler eingesetzt, die nicht gemeldet waren. Nach einem Einspruch des SC Kelheim wurden die beiden entsprechenden Partien zugunsten von Kelheim gewertet und das Mannschaftsergebnis auf 4 : 4 korrigiert.

Im Folgejahr 1957 trat die RT-Schachabteilung in der Klasse II, Gruppe Süd an und besiegte Burglengenfeld mit 6 : 2 sowie DJK Regensburg mit 5,5 : 2,5. Damit durfte sie am Qualifikationsturnier für den Aufstieg in die Klasse I teilnehmen. Dieses Turnier wurde am 22. 9. 1957 in Schwandorf nach dem Steger-System ausgetragen. Wieder einmal hatte die RT-Schach-abteilung keinen Erfolg bei diesem Austragungsmodus. Sie blieb auch in den weiteren Jahren in der Klasse II, wobei sie aber regelmäßig auf den vorderen Plätzen zu finden war.

Die Einteilung in diese beiden Mannschafts-Spielklassen etablierte sich in den folgenden Jahren in der Oberpfalz. Sie können aber nicht ohne weiteres mit der heutigen Oberpfalzliga bzw. den Bezirksligen verglichen werden. Vor allem gab es zumindest bis 1957 keine bayernweite Ligen, so daß Spitzenvereine wie der SSV Jahn Regensburg oder der SC Regensburg in der Klasse I spielten, die somit durchaus überregionales Niveau hatte.

Im August 1958 verließ die RT-Schachabteilung erstmals die RT-Halle und zog in das Kolpinghaus um. Die Abteilung versprach sich durch den zentraler gelegenen Spielort einen stärkeren Zulauf von Spielern aus der Stadt, zumal auch einige der anderen Regensburger Schachvereine ihre Spiellokale im Zentrum hatten. Die ungünstige Lage der RT-Halle wurde für einen Rückgang der Mitgliederzahlen verantwortlich gemacht, der dazu führte, daß die RT-Vereinsmeisterschaft ab 1958 nur noch in einer Spielklasse ausgetragen wurde.

Am 25. 10. 1958 stattete Ex-Weltmeister Smyslow der Stadt Regensburg einen Besuch ab. Er gab ein Simultanspiel an 40 Brettern, bei dem er 26 Siege sowie 13 Remisen errang und nur einen Verlust hinnehmen mußte. RT-Abteilungsleiter Harold Falckenberg war – im Alter von 64 Jahren! – einer der Glücklichen, die dem Weltmeister einen Halben Punkt abnehmen konnten.

Anläßlich der Einweihung ihres Sportheims beging der TSV Wacker 50 Neutraubling im August 1959 ein großes Sportfest, an dem sich auch die damals noch junge Schachabteilung beteiligte. Nach einem 6 : 2 Sieg über Neutraubling konnte die RT-Schachabteilung ein 4 : 4 gegen den SC Regensburg erreichen und sich somit den geteilten ersten Platz sichern.

Anfang 1960 schlug RT-Vereinsmeister Willy Irrgang wieder zu. Neben einen guten vierten Platz bei der Stadtmeisterschaft im Turnierschach errang er die alleinige Stadtmeisterschaft im Blitzschach. Dabei verwies er bekannte Spieler wie Friedl, Kallinowsky und Stadtmeister Schmid auf die Plätze. So konnte die RT-Schachabteilung nach sechs Jahren Abstinenz wieder einen der Regensburger Stadtmeister stellen.

Die Vereinsmeisterschaft 1960 endete mit einer ziemlichen Sensation: Heinz Mangel wurde mit 10 Punkten (9+, 2=, 1-) Vereinsmeister vor dem ungeschlagenen Willy Irrgang mit 9,5 Punkten (7+, 5=, 0-)! Bis dahin war es üblich, die erste RT-Mannschaft entsprechend des Ausgangs der Vereinsmeisterschaft aufzustellen. Da Willy Irrgang aber trotz des Turnierergebnisses weiterhin der unbestrittene Spitzenspieler der RT war, wurde von nun an auch weitere Faktoren wie die Ergebnisse der Mannschaftskämpfe und die INGO-Zahlen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise hat sich als sinnvoll erwiesen und bis heute erhalten, da die ausschließliche Berücksichtigung eines einzigen Turniers zu zu starken Schwankungen bei den Mannschaftsaufstellungen führen kann.

Daß Willy Irrgang in der Tat der unangefochtene Spitzenspieler der RT-Schachabteilung war, stellte er bis zur nächsten Vereinsmeisterschaft bei vielen Gelegenheiten unter Beweis. Eine sicher unvollständige Aufzählung: Im Juni und im Juli 1960 gewann Willy Irrgang vor starker Konkurrenz den Schindlbeck-Cup. Im Sommer 1960 siegte er im Cafe-Fürstenhof-Blitzturnier. In der gut besetzten Stadtmeisterschaft 1960 errang er einen guten Mittelfeldplatz. Schließlich rückte er die vereinsinterne Rangliste mit der Klubmeisterschaft 1961 wieder zurecht: Willy Irrgang siegte mit 10 Punkten (9+, 2=, 1-) vor Heinz Mangel mit 9,5 Punkten (9+, 1=, 2-).

Im Jahr 1962 spielte Willy Irrgang aufgrund von großer beruflicher Belastung wieder etwas unglücklich und mußte Karl Glöckner den Vortritt bei den Vereinsmeisterschaften lassen. Bis zu seinem letzten Gewinn der RT-Vereinsmeisterschaft 1976 sollte ihm dies jedoch nicht wieder geschehen. Er konnte somit innerhalb von 22 Jahren den Titel des RT-Vereinsmeisters ganze 20 Mal erringen. Eine äußerst respektable Leistung.

Während des Festprogramms zum 40jährigen Bestehen des Schachverbands Oberpfalz im Mai 1962 bekam RT-Abteilungsleiter Harold Falckenberg die silberne Ehrennadel verliehen. In der Spielzeit 1962/63 konnte die RT-Schachabteilung ihre ersten beiden Mannschaftsspiele gewinnen und blickte optimistisch auf die restliche Saison. Alles schien in bester Ordnung, doch ...

Teilung der Schachverbände und große Krise (1963 – 1977)

"Am 25. Jan. 63 wurden die Spartenvereine RT, DJK, TuS Süd, Fortuna und Wacker Neutraubling vom Spielbetrieb im BSB gesperrt. Grund: die 5 Vereine verblieben im BLSV." (Zitat aus dem Vereinsbuch der RT-Schachabteilung.)

Was war geschehen? Der Bayerische Schachbund (BSB) war aus dem Bayerischen Landessportverband (BLSV) ausgetreten und hat sämtliche Schachvereine aufgefordert, dem zu folgen. Ein großer Teil der reinen Schachvereine hat dies auch getan. Ein großer Teil der Spartenvereine (Schachabteilungen größerer Sportvereine) war hingegen bei ihren Hauptvereinen und somit im BLSV geblieben. Ein Austritt der Schachabteilungen aus dem BLSV hätte sicherlich zu Problemen mit den entsprechenden Hauptvereinen geführt, die bis zu einem Ausschluß aus dem Hauptverein hätten reichen können.

Auf der Hauptversammlung der RT-Schachabteilung am 11. 1. 1963 hat sich diese einmütig für den Verbleib im BLSV und in der RT ausgesprochen. Daraufhin kam zwei Wochen später der Ausschluß aus dem BSB. Aufgrund der Tatsache, daß die meisten Schachsparten im BLSV verblieben, hat dieser mitgeteilt, daß Schach nach wie vor im BLSV besteht und Schritte unternommen werden, dieser Sportart einen organisatorischen Rahmen innerhalb des BLSV zu geben. Welcher dieser Vorgänge – der Ausschluß aus dem BSB oder die Ankündigung des BLSV – zuerst geschah läßt sich anhand unserer Unterlagen genauso wenig klären wie die wirklichen Gründe für den Austritt des BSB aus dem BLSV.

Jedenfalls wurde erst am 30. 3. 1963 der Schachbund im BLSV neu konstituiert. Somit gab es plötzlich zwei Schachverbände in Bayern. Daß dies zu schwerwiegenden Verwerfungen und einer Menge von juristischen Auseinandersetzungen geführt hat, dürfte im Nachhinein niemanden wundern. Es wurde von verschiedener Seite die Hoffnung geäußert, daß die Spaltung der Bayerischen Schachverbände bald beendet sein wird. Tatsächlich hat sie aber bis 1977 Bestand gehabt, also für ganze 14 Jahre.

Die Saison 1962/63 war somit für die Schachabteilungen im BLSV bereits kurz nach Beginn vorüber. Der reguläre Liga-Spielbetrieb wurde erst mit der Saison 1963/64 wieder aufgenommen. Auf Mannschaftsebene führte die RT-Schachabteilung nur noch Freundschaftsspiele gegen Ergoldsbach (12 : 1 für RT, Rückkampf ebenfalls 12 : 1 für RT) und dem SV Wiesent (5 : 0 für RT, Rückkampf 9 : 1 für RT) aus.

Der inzwischen schon traditionelle RT-Sommerpokal wurde 1963 trotz der Wirrungen veranstaltet. Da die RT-Schachabteilung gegenüber den aus dem BLSV ausgetretenen Vereinen keineswegs unfreundlich eingestellt war, wurden auch diese zur Teilnahme eingeladen. Jedoch versuchten zumindest einige der Regensburger Vereine im BSB, ihre Mitglieder unter Androhung von Strafe von der Teilnahme fernzuhalten. Einige der Spieler haben sich jedoch einfach über dieses Verbot hinweggesetzt und trotzdem teilgenommen, so daß der RT-Sommerpokal halbwegs angemessen durchgeführt werden konnte.

Als ein Beispiel für durch die Spaltung der Schachverbände hervorgerufene größere Verwerfungen könnte – soweit wir das unseren Unterlagen entnehmen können – das Schicksal der Schachabteilung des SSV Jahn Regensburg dienen, dem bislang spielstärksten Verein in Regensburg. In der RT-Vereinszeitschrift vom Dezember 1963 wird erstmals über die Mannschaftsmeisterschaften des Schachverbands Oberpfalz im BLSV unter der Beteiligung von 9 Vereinen berichtetet. Das Ergebnis des ersten Mannschaftsvergleichs SSV Jahn Regensburg – RT lautete 4 : 4, was, wäre es ein Jahr früher erzielt worden, als solches schon eine ausgewachsene Sensation darstellt hätte. In der Vereinszeitschrift vom Februar 1964 wird über die Vorrunde der Oberpfalz-Einzelmeisterschaft des BLSV berichtet, wobei Spieler des SSV Jahn Regensburg erwähnt werden.

Im August 1964 wird der Endstand der Mannschaftsmeisterschaften 1963/64 in der RT-Vereinszeitschrift veröffentlicht. Es werden nur noch 8 Mannschaften aufgeführt anstelle von 9 und der SSV Jahn Regensburg erscheint nicht mehr. Auch in den darauf folgenden Unterlagen können wir keine Erwähnung des SSV Jahn Regensburg bei den Mannschaftsmeisterschaften mehr finden. Nur von Anfang 1966 ist noch ein Ausschnitt aus der Vereinszeitung des SSV Jahn überliefert, in dem auf den Spielabend der Schachabteilung hingewiesen wird. Offensichtlich hat ein gutes Jahr der Spaltung der Bayerischen Schachverbände genügt, um einen der bislang erfolgreichsten Regensburger Schachvereine weitgehend von der Bildfläche verschwinden zu lassen.

Die RT-Schachabteilung hatte anfangs mehr Glück. RT-Vereinsmeister Willy Irrgang wurde Oberpfalzmeister des BLSV 1964 vor Josef Mottinger (DJK) und Hansgünther Güttler (RT). Auch die Mannschaftsmeisterschaften 1963/64 des Schachverbands Oberpfalz im BLSV konnte die RT-Schachabteilung mit 14 : 0 Punkten und 44 Brettpunkten aus 56 für sich entscheiden. In der bayerischen Schacheinzelmeisterschaft des BLSV 1964 belegte Willy Irrgang (RT) den 3. Platz hinter Hermann Purucker (1. Platz, Bayreuth) und dem ehemaligen bayerischen Meister Wolfgang Böhmer (2. Platz, Bayreuth) und vor dem mehrfachen bayerischen Meister August Eysser (4. Platz, Bayreuth). Aus diesem Zeileinlauf läßt sich erkennen, daß das Spielniveau im BLSV trotz der Schwächung durch den Austritt des BSB sehr beachtlich war. Sonst wären ein ehemaliger bayerischer Meister und ein mehrfacher bayerischer Meister wohl kaum auf die Plätze verwiesen worden.

Im Jahr 1965 konnte Willy Irrgang seinen Titel als Oberpfalzmeister erfolgreich verteidigen und siegte überlegen vor Josef Mottinger (DJK), Hermann Kammermeier (RT), Antonio Valent (RT) usw. Auch das anschließende Blitzturnier konnte Willy Irrgang mit 12 Punkten aus 12 für sich entscheiden. In der Oberpfälzer Mannschaftsmeisterschaft 1964/65 mußte sich die RT-Schachabteilung zwar mit dem 2. Platz hinter DJK Nord begnügen, konnte dafür aber den Vierer-Mannschaftspokal der Oberpfalz gewinnen.

In der Zwischenzeit sind die Auseinandersetzungen zwischen den beiden bayerischen Schachverbänden auf einer etwas anderen Ebene fortgesetzt worden. Der Bayerische Schachbund verklagte sämtliche Vorstandsmitglieder des Schachbunds im BLSV (fortan Schachverband Bayern, SVB) auf Unterlassung der Führung seines Namens. Die dazu überlieferten Zeitungsmeldungen von Anfang 1965 sind widersprüchlich. Der BLSV ließ vermelden, daß der BSB einen diesbezüglichen Prozeß verloren hat. Der BSB ließ verlauten, daß der Fachverband Schach im BLSV drei dieser Prozesse verloren hat. Scheinbar wurden die Auseinander-setzungen zwischen SVB und BSB auf Funktionärsebene zudem stark emotional geführt. Trotzdem wurde immer wieder die Hoffnung geäußert, daß die Trennung der beiden Schach-verbände nicht von langer Dauer sein wird.

Zum Kräfteverhältnis zwischen SVB und BSB liegen uns keine genauen Zahlen vor, eine Abschätzung ist jedoch möglich. Im Jahre 1962 waren rund 10000 Mitglieder in etwa 370 Vereinen im BSB vertreten. 1965 waren rund 2500 Mitglieder in 105 Vereinen im SVB organisiert. Es ist aber nicht bekannt, inwiefern sich die Teilung der Verbände auf den Gesamtbestand der Mitglieder bzw. Vereine im Verlauf der dazwischen liegenden drei Jahre ausgewirkt hat.

In dieser Zeit hatten die Schachspieler der RT jedoch mit völlig anderen Widrigkeiten zu kämpfen. So ging z. B. das Mannschaftsspiel TSV Dietfurt – RT am 5. 12. 1965 u. a. deshalb mit 3 : 5 verloren, weil die RT nur mit fünf Spielern antrat. Drei Spieler, die gemeinsam mit dem Auto anreisen wollten, erreichten das Ziel nicht. Zuerst wurde ein Autounfall angenommen, später stellte sich zur allgemeinen Erleichterung heraus, daß die drei Schachfreunde wegen widrigen Straßenverhältnissen auf halbem Wege umkehren mußten. Aufgrund starken Schneefalls war einfach kein Durchkommen.

Dies hinderte die Mannschaft der RT aber nicht daran, den Kampf um die Oberpfalz-Mannschaftsmeisterschaften 1965/66 für sich zu entscheiden, wodurch sie sich für die Aufstiegsspiele in die Landesliga, der höchsten SVB-Liga, qualifizierte. Zudem konnte die RT-Schachabteilung den Vierer-Mannschaftspokal der Oberpfalz zum zweiten Mal gewinnen. Mit 5,5 : 2,5 konnte das erste Aufstiegsspiel zur Landesliga gegen Ergoldsbach deutlich gewonnen werden. Doch das zweite Aufstiegsspiel bescherte der RT eine 2 : 6 Niederlage gegen die SG Leipheim-Bühl, womit die Hoffnungen auf den Aufstieg zunichte gemacht wurden. Willy Irrgang konnte 1966 zum dritten Mal in Folge den Titel des SVB-Oberpfalzmeisters erringen.

Trotz aller sportlichen Erfolge machte ein Rückgang der Mitgliederzahlen der RT-Schachabteilung ab Mitte der 60er Jahre schwer zu schaffen. Die Abgänge waren zumeist auf berufliche Versetzungen zurückzuführen. Die verbliebenen Mitglieder waren zum großen Teil bereits älter und junge Neuzugänge waren nicht zu verzeichnen. Die Teilnehmerzahlen bei den Vereinsmeisterschaften waren rückläufig. Im Sommer 1967 war es erstmals fraglich, ob die RT-Schachabteilung eine 8er-Mannschaft für die Verbandsspiele melden kann.

Schließlich konnte doch noch eine Mannschaft für die Spielzeit 1967/68 aufgestellt werden, die auch kräftig punktete und ohne Niederlage SVB-Oberpfalzmeister wurde. Auch der 4er-Mannschaftspokal konnte – inzwischen zum dritten Mal – gewonnen werden. Willy Irrgang wurde 1968 wiederum Oberpfalz-Einzelmeister. Ein Jahr später hatte sich die personelle Situation der RT-Schachabteilung nicht verbessert – im Gegenteil! Es konnte zwar wieder eine 8er-Mannschaft für die Saison 1968/69 gemeldet werden, aber nur mit genau acht Spielern, also völlig ohne Ersatzspieler. So kam es, daß einige der Mannschaftskämpfe nur mit sieben Spielern bestritten wurden. Entsprechend mußte sich die RT-Schachabteilung mit einem Mittelfeldplatz in der SVB-Bezirksliga zufrieden geben.

Ende 1969 kam etwas Entspannung im Verhältnis der beiden bayerischen Schachverbände SVB und BSB auf. So wurden Verhandlungen zur Zusammenführung der beiden Verbände anberaumt. Zusätzlich wurde der Spielbetrieb gegenseitig geöffnet und bestehende Spielsperren wurden aufgehoben. Dadurch wurde in Regensburg eine Stadtmeisterschaft unter Beteiligung von Spielern beider Verbände möglich und Ende 1969 begonnen.

In der Folge von verschiedenen schachlichen Aktivitäten im Jahr 1969, z. B. der Ausrichtung der Oberpfalz-Einzelmeisterschaft, stabilisierte sich die Personalsituation der RT-Schachabteilung durch mehrere Neuzugänge Anfang 1970. Dadurch erhielt natürlich auch die bereits gefährdete Mannschaft der RT-Schachabteilung wieder Auftrieb und konnte nicht nur den Klassenerhalt bewerkstelligen, sondern sogar noch einen guten Mittelfeldplatz in der SVB-Bezirksliga Oberpfalz belegen.

Im Folgejahr konnte die RT-Schachabteilung endlich wieder den 1. Platz belegen; das Aufstiegsspiel in die Landesliga gegen Ergoldsbach ging jedoch 3,5 : 4,5 verloren. Der nächste Anlauf in der Saison 1971/72 wurde ebenfalls mit dem 1. Platz in der SVB-Bezirksliga Oberpfalz belohnt. In diesem Jahr verzichtete die RT-Schachabteilung aber nach Rücksprache mit den Mitgliedern aus "technischen Gründen" auf den Aufstieg in die Landesliga. Das gleiche Bild bot sich nach Abschluß der Spielzeit 1972/73: Die RT-Schachabteilung gewann die SVB-Mannschaftsmeisterschaft der Oberpfalz, verzichtete aber auf den Aufstieg in die Landesliga. Neben finanziellen Ursachen wurde die zu geringe Mitgliederzahl als Grund für diese Entscheidung angegeben.

Die folgenden Jahre dürften die schwersten in der Geschichte der RT-Schachabteilung gewesen sein. Die Bezirksliga-Mannschaft mußte in der Saison 1973/74 wegen Mangel an Spielern zurückgezogen werden. Zum ersten und bisher einzigen Mal ist die Vereinsmeisterschaft 1974 wegen zu geringer Beteiligung ausgefallen. Der RT-Pokal fand jedoch statt und wurde von Josef Huber (SC Regensburg) gewonnen. Für die Spielzeit 1974/75 konnte wieder keine 8er-Mannschaft aufgestellt werden. Immerhin wurde eine 4er-Mannschaft für die Pokalkämpfe gemeldet, die diesen auch prompt gewann.

Am 24. 2. 1975 verstarb der langjährige Abteilungsleiter und Gründer der RT-Schachgruppe Harold Falckenberg (* 2. 2. 1892) kurz nach seinem 83. Geburtstag. Harold Falckenberg hatte das Amt des Abteilungsleiters von der Gründung der RT-Schachabteilung am 13. 4. 1950 bis zu seinem Ableben ununterbrochen inne, also ganze 25 Jahre lang. Er war lange Zeit ein hervorragender Schachspieler und der erste Vereinsmeister der RT-Schachabteilung. Später mußte er als "ewiger Zweiter" nur dem RT-Spitzenspieler Willy Irrgang den Vortritt lassen.

Harold Falckenberg erbrachte auch im hohen Alter noch hervorragende schachliche Leistungen. So konnte er 1958 im Alter von 64 Jahren gegen Weltmeister Smyslow in einer Simultanvorstellung ein Remis erreichen. Sogar viele Jahre später war er noch ein gefürchteter Gegner. Im RT-Pokal 1971 belegte Harold Falckenberg (79 Jahre) mit nur einem halben Punkt Abstand den 2. Platz hinter dem aufstrebenden und starken Jugendspieler Gert Lautenschlager (TSG Süd, 16 Jahre) und mit einem ganzen Punkt Vorsprung auf den dritt-plazierten Walter Hirscheider (Fortuna). Seine letzte Turnierteilnahme war die RT-Vereinsmeisterschaft 1973. Die Teilnahme an der Vereinsmeisterschaft 1975 mußte er wegen Erkrankung leider absagen.

Aufgrund des Ablebens von Harold Falckenberg wurde auf der Jahreshauptversammlung der RT-Schachabteilung am 22. 7. 1975 Heinrich Schachinger – zunächst kommissarisch – zum neuen Abteilungsleiter gewählt.

Die im Januar begonnene Vereinsmeisterschaft 1975 wurde natürlich zu Ende geführt, aber der RT-Pokal fiel zum ersten und einzigen Mal in seiner Geschichte im Todesjahr von Harold Falckenberg aus. Als Einzelspieler konnte wiederum Willy Irrgang überzeugen, der den Titel des Oberpfalz-Blitzmeisters errang.

Im Sommer 1975 konnte auch endlich wieder eine 8er-Mannschaft gemeldet werden. Trotz der zweijährigen Abwesenheit durfte sie in der SVB-Bezirksliga Oberpfalz antreten und belegte dort einen guten Mittelfeldplatz. Durch eine Reihe von Neuzugängen normalisierte sich der Spielbetrieb in der RT-Schachabteilung ab 1976. Die Teilnahme an den Mannschafts-Wettbewerben war gesichert und die Teilnehmerzahlen an Vereinsmeisterschaft und RT-Pokal stiegen. Ab 1977 wurde zusätzlich ein vereinsinternes Falckenberg-Gedächtnisturnier ausgetragen.

Neuanfang (1977 – 1984)

Im Herbst 1977 war es dann endlich soweit: Die beiden Verbände SVB und BSB legten ihre Mannschaftsligen zusammen. Die RT-Schachabteilung trat in der vorläufigen Oberpfalzliga an, die in zwei Gruppen spielte. Die ersten vier jeder Gruppe bildeten die Oberpfalzliga, die unteren sechs zusammen mit den Kreisliga-Aufsteigern die beiden Bezirksligen. Diese Liegeneinteilung blieb von der Spielzeit 1978/79 bis heute unverändert, nur daß die Bezirksligen im ersten Jahr ihren Bestehens noch "Regionalligen" hießen.

Der Wiedervereinigung der Schachverbände wurde in der RT-Schachabteilung zum Anlaß für einen Neuanfang genommen. Der verdiente und bewährte Spielleiter Hansgünther Güttler, der dieses Amt seit 1961 betreute, übergab seine Funktion an den jungen Konrad Bumes. Auch in spielerischer Hinsicht ist 1977 ein Generationenwechsel festzustellen. Erstmals seit 1962 hieß der RT-Vereinsmeister nicht mehr Willy Irrgang. Konrad Scheuerer, ein Neuzugang, beendete das Turnier zwar punktgleich mit Willy Irrgang und Konrad Bumes, hatte aber die bessere Feinwertung auf seiner Seite. Auch das erste Falckenberg-Gedächtnisturnier 1977 konnte Konrad Scheuerer vor Hermann Kammermeier, der lange Jahre zuverlässig an den vorderen Brettern der (ersten) RT-Mannschaft gespielt hat, für sich entscheiden.

Trotzdem verpaßte die RT-Schachabteilung die Qualifikation für die Oberpfalzliga ziemlich deutlich und mußte in den folgenden Jahren mit der zweithöchsten Spielklasse der Oberpfalz vorlieb nehmen.

In diese Zeit fiel auch ein Mißton, der alle Schachvereine und -abteilungen betraf: Im Frühjahr 1978 stellten mehrere Regierungskonferenzen bereits zum wiederholten Male fest, daß Schach nicht als "Sport" im Sinne der Gemeinnützigkeit anerkannt werde. Dadurch drohten den Schachspielern bereits seit mehreren Jahren nicht nur der zwangsweise Ausschluß aus den Landessportverbänden, sondern auch empfindliche finanzielle Einbußen. Diese Diskussion dauerte bereits seit längerem an; in der zweiten Hälfte der 70er Jahre wurde jedoch eine Situation erreicht, in der die Bedrohung des Schachsports durch die Aberkennung der Gemeinnützigkeit äußerst konkret wurde.

Der Deutsche Sportbund ließ die Schachverbände nicht im Stich und protestierte immer wieder gegen diese Entscheidung. Auch in der Presse wurde dieses Thema häufig diskutiert, sowohl im redaktionellen Teil als auch in einer Vielzahl von Leserbriefen. Dabei wurde oft Unverständnis für die Finanzminister der Bundesländer geäußert, die im Schachspiel keine Elemente des Sports sehen wollten. So bestand z. B. im Finanzausschuß des Bundestags Einigkeit darüber, daß "die körperliche Ertüchtigung auch weiterhin ein wesentliches Element des Sports ist, so daß beispielsweise [...] der Denksport nicht als Sport im Sinne dieser Begriffsbestimmung anzusehen ist" (Regierungsantwort auf eine kleine Anfrage im Bundestag). Aber von eben dieser "Begriffsbestimmung" hing die Gemeinnützigkeit der Schachvereine ab. Diese mußten jedenfalls einige Jahre lang mit der Ungewißheit leben, ob ihnen die Gemeinnützigkeit nicht doch noch aberkannt wird.

Auch der Spielleiter der RT-Schachabteilung Konrad Bumes bemühte sich über den Regensburger MdB Albert Schedl, der gleichzeitig Vorsitzender der RT war, Einfluß auf den Entscheidungsprozeß zu nehmen. Eine gewisse Entspannung zeichnete sich im Oktober 1978 ab, als ein Gesetzentwurf zur Anerkennung des Schachspiels als gemeinnützig im bayerischen Finanzministerium vorbereitet wurde. Im Januar 1979 bekräftigte die Bundesregierung jedoch, daß Schach keine sportliche Betätigung sei. Einige Monate später kamen die obersten Finanzbehörden von Bund und Ländern zu der Auffassung, daß der Deutsche Sportbund seine Gemeinnützigkeit auch dann nicht verliert, wenn ihm nicht gemeinnützige Vereine wie z. B. Schachvereine angehören. Viele Schachspieler verstanden dies jedoch als einen Versuch der Regierungen, einen Keil zwischen den Deutschen Sportbund und die Schachverbände zu schieben.

In der Oberpfalzliga (1984-1992)

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Langsamer Wechsel (1992 – 2000)

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Vom 27. Juni 1995 bis zum 1. November 1996 spielte die RT-Schachabteilung in einem großen Nebenzimmer der Kneipe Kowalski in der Lederergasse. Der Grund für den Umzug war eine längst fällige Generalsanierung der RT-Halle. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit und dem steilen Aufstieg der neu entstandenen Schnellschachserie waren oft um die 20 Personen am Schachabend.

Nachdem aber frühere Spitzenspieler wie Herbert Schunk(1992) und Josef Koller(1997) aus beruflichen Gründen endgültig den Verein verließen, war es schwierig einen Platz in der Oberpfalzliga zu halten. Tatsächlich gelang es in diesem Zeitraum nur eine Saison dort mitzuspielen im Jahr 1995/1996. Nach dem sofortigen Abstieg spielte man von 1998-2000 drei Jahre lang sogar zusammen mit der 2. Mannschaft in der Bezirksliga Süd was ein Indiz für die zunehmende Breite der Spielstärke war, aber beide belegten nur hintere Plätze.

In dieser schwierigen Phase trat Abteilungsleiter Günther Simon 1998 kurzfristig zurück und im Übergangsjahr amtierte Dr. Josef Reisinger bis er an Dr. Dieter Braun übergab, der die Abteilung nach einigen Jahren wieder stabilisieren konnte. Da der Aufstieg nicht mehr erreicht werden konnte blieben neu hinzugewonnene Spitzenspieler oft nur 1-2 Jahre. Erwähnt seien hier z.B. Thomas Leitermann, Markus Fischer und Boris Shapiro, der bis dato stärkste je für die RT angetretene Spieler.

Dies änderte sich 2001 mit dem Zugang von Michael Seitz und dann noch Christian Bergthaller. Die neu formierte Mannschaft erreichte nach wenigen Jahren wieder den Aufstieg. Als Michael dann doch aus beruflichen Gründen den Verein verlassen musste trat zu unserem Glück der sehr starke Spieler Pavel Novak der Schachabteilung bei und die 1. Mannschaft verbesserte sich kontinuierlich.

Im Internet-Zeitalter (2000-2014)

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Seit dem Jahr 1999 ist die Schachabteilung durch die umfangreiche Arbeit von Franz Müller auf der Homepage der RT vertreten. Dort sind die sportlichen Ergebnisse der Mannschaften sowie der ausgetragenen Turniere einsehbar.

Die größten Erfolge dieser Phase:
• Nordbayrischer Pokalsieger des Jahres 2008.
• Pokalsieger der Oberpfalz in den Jahren 2007 und 2008.
• Die 1. Mannschaft erringt die Meisterschaft der Bezirksliga im Jahr 2004. Im selben Jahr wird auch die 2. Mannschaft Meister der Kreisliga I und beide Mannschaften halten danach die jeweiligen Ligen.

In der Saison 2003/2004 sowie 2010/2011 richtet die RT die Verbandsturniere des Schachverbandes der Oberpfalz aus.

Zeitweise tritt die Schachabteilung mit 5 Herren-Mannschaften und 2 Jugend-Mannschaften auf und weist bis zu 60 Mitglieder auf. Vieles davon sind Früchte der etwa 2000 begonnenen Jugendarbeit.
Eine gewisse allgemeine Schachmüdigkeit in der RT und der Oberpfalz ab ca. 2012 sorgt dann für imer weiter sinkende Teilnehmerzahlen bei vielen Turnieren. Die Vereinsmeisterschaft und auch der Willy-Irrgang Pokal fallen diesem Trend später komplett zum Opfer.

Neue Höhen und Umbruch (2015 bis Heute)

Erstmalig in der Geschichte der Schachabteilung gelingt 2015 der Aufstieg der 1. Mannschaft in die Regionalliga Nordost nach vielen unglücklichen 2. und 3. Plätzen in den Jahren zuvor. Die Mannschaft verstärkt sich daraufhin mit den Brüdern Jan und Radek Turner und Paul Gaydar. Man erreicht im ersten Jahr einen guten 7. Platz mit beachtlichen vier Siegen. Leider erfolgt der Wiederabstieg im Jahr darauf, auch weil unsere Verstärkungen nicht oft genug eingesetzt werden können.

Der aufstrebenden Jugendmannschaft U20 wird in der Saison 2017/2018 ein Freiplatz in der Landesliga Süd angeboten. Die Teilnahme endet nicht wie erhofft und die Mannschaft muß während der Saison wegen Spielermangel zurückgezogen werden.

In das Ende der Saison 2017/2018 in der nur die 4. Mannschaft gegen den Abstieg kämpft und die 1. Mannschaft nach verschlafenem Start in der nun ungewohnten Oberpfalzliga immer mehr in Schwung kommt, platzt die schockierende Nachricht vom völlig überraschenden Tod unseres langjährigen Abteilungsleiters Martin Grasser.